Adlerfarn (Pteridium Aquilinum)

Beschreibung

Der Adlerfarn, der König der Farne, besitzt ein im Boden kriechendes, verzweigtes Rhizom (meist ein unterirdisch, oder bodennah wachsendes Wurzelgeflecht) das sehr ausgedehnt und alt werden kann.
Am Rhizom entsteht jedes Jahr die einzelstehenden, leicht überhängenden Wedel, die an Adlerschwingen erinnern. Diese sind 3- bis 4-fach gefiederttrichterförmig angeordnet und in der Regel 0,5 bis 2 Meter hoch. Unter günstigen Bedingungen können sie auch bis zu 4 Meter Höhe erreichen.
Die Sori (Sporenbehälter) stehen am Rande der Unterseite der Blattfiedern und werden nicht nur von einem Schleier, sondern zusätzlich vom umgerollten Blättchenrand bedeckt.


ähnliche Arten

Straußenfarn, Wurmfarn (auch Farnmännlein), gewöhnlicher Frauenfarn, Hirschzungenfarn, Frauenhaar-Farn, Engelsüß, Dornfarn, Königsfarn


Habitat

Adlerfarn wächst in lichten Wäldern, Waldrändern und in Wiesen und Weiden. Nährstoffarmer Boden hält den Farn ebenfalls nicht ab. 


Verbreitung

Adlerfarn kommt weltweit vor. 
Ausnahme hiervon sind polare Gebiete, die Wüste und kalkhaltige Gebiete.


Entwicklung mit den Jahreszeiten / Vermehrung

Der Farn ist bereits schon über 400 Millionen Jahre auf der Erde. Was damals von den Farnkraut-, Bärlapp- und Schachtelhalmriesen zu Boden sank und Schicht für Schicht lagerte, wird heute als Steinkohle verheizt. Farn ist an einem Entwicklungspunkt zwischen Moosen und blühenden Pflanzen stehen geblieben. 

Farne vermehren sich über Sporen. Im Sommer findet man auf der Unterseite des Farns viele braune Punkte, paarweise angeordnet und in feine Schleier gehüllt. Sporen bilden sich hauptsächlich in sonnigen und milden Klimalagen, dann werden sie durch den Wind als Körnchenflieger verbreitet. Reif sind sie im Oktober.

Die Sporen, auch Sori genannt, lassen feinen Staub fallen, dieser ist hellgelb und daraus entwickelt sich die neue Pflanze. In der Spätsommerzeit findet man unter Bestandsfarn bereits neue kleine Pflänzchen, diese ähneln Algenpflanzen.

Die Wedel sterben im späten Herbst ab und wachsen im nächsten Frühjahr wieder neu.


Ökologische Interaktion mit anderen Arten

Die Bestände des Adlerfarns ist in der Forstwirtschaft sehr problematisch, da sie verdämmend wirken. So ist die Naturverjüngung der Bäume fast unmöglich. Ebenfalls breitet sich der Farn extrem schnell aus und kann so eine erneute Nutzung von bisher ungenutzten landwirtschaftlichen Flächen verhindern. Mechanische oder biologische Bekämpfungen zeigen geringe Erfolge.

Farn hält andere verderbliche Lebensmittel länger frisch. 
Ebenfalls ist Farn als Mulch oder Streugut sehr geeignet, weil es schnelles Faulen abhält.


Essbarkeit / Heilkräfte

Die gesamte Pflanze ist sehr giftig. Vergiftungserscheinungen, in Form von Störungen im zentralen Nervensystem, beginnen meist mit Kopfschmerzen, Schwindel, später treten dann Ohnmachtsanfälle, Bewusstlosigkeit und Krämpfe hinzu. Leber und Nieren werden stark geschädigt und der Tod tritt durch Atemlähmung und Krämpfe ein.
Es sind ebenso Blasen- und Darmkrebs als Folgen bekannt.
Dennoch wird Adlerfarn teilweise wissentlich, aber auch unwissentlich wegen Verwechselung, verzehrt. 

Engelsüßfarnwurzel soll wie Lakritz schmecken und wird von Waldläufern als Zuckerersatz in der Wildnis verwendet. 
Hirschzungenfarn ist ein altes Heilmittel für Lungen- und Milzkrankheiten.

Engelsüß mildert Allergien, wirkt verdauungsfördernd und allgemein stärkend. Außerdem soll es bei Fieber und Erkältungskrankheiten helfen. Engelsüß ist Immunsystemankurbelnd und gilt als Aufbaumittel für die Milz.

Wurmfarn ist ein altes Heilmittel für Lungenleiden, ebenfalls das bekannteste Mittel gegen Bandwürmer. Die verdünnte Tinktur (4 Teile Wasser) kann äußerlich zum Einreiben und in Umschlägen verwendet werden. Dies hilft bei Kreuzschmerzen, Ischias, Schmerzen und Ziehen bei Rheuma und Gicht, Nervenschmerzen, Schreibkrämpfen, Krampfadern, Muskel- und Gelenkrheumatismus. 

Frauenhaar-Farn enthält Bitterstoffe, Schleimstoffe und ätherische Öle, die als hustenreizstillendes und auswurfförderndes Heilmittel eingesetzt wurde, ebenfalls eine bekannte Zutat von Hustentee.
Frauenhaarfarn wirkt außerdem leicht menstruationsfördernd. Gegen Depressionen wurde Frauenhaarfarn bereits in der Antike gegeben. Frauenhaarfarn behandelt außerdem eine starke Neigung zu Schuppen und kräftigt die Haare.


Nutzen für altes Handwerk, Survival
und mehr

Die Blätter und auch die Wurzeln des Farns enthalten Aluminium und Kali. Daher wurde daraus Pottasche hergestellt, dies ist ein Grundstoff für Seifenproduktion. 

Adlerfarn wurde ebenfalls als Dünger und Einstreu verwendet.

In der Tierheilkunde wird Farnkraut ins Lager von z.B. Hunden gelegt um diese vor Flöhen zu schützen. Ebenfalls ein gutes Streumittel für Hühnerställe, da es Hühnerflöhe abhält.


Mythen, Geschichten, Sonstiges

In verschiedenen Kulturen wurde dem Farnkraut nachgesagt, dass es eine magische Wunderpflanze sei. Mit verschiedensten Ritualen versuchte man sich die Zauberkraft der beseelten Pflanzen zu sichern. Die magische Kraft wurde dem Farn hauptsächlich auch wegen seiner Farnkrautwedel, die spiralförmig angerichtet sind, nachgesagt. Die Spirale ist eines der ältesten Symbole der Menschheit und zeigt den geistigen Entwicklungsweg. Außerdem sahen die Menschen damals den Weg der Sinne am Himmel als Spirale. Die Spirale gilt weiterhin als Glücks- und Heilsymbol, ein Zeichen, des fortwährenden Wachstums. 

Im alten Rom beschmiss man sich mit Farnkrautwedeln, dies galt glücksbringend. Wenn man sich gegenseitig mit Farnsamen bzw. Farnsporen übersäte, sollte das Liebe und Kinderreichtum bringen. 

Im Mittelalter wurden die Sporen auch „Blüte der Liebenden“ genannt und galten als ein kräftiges Liebeszaubermittel. 

Farnkrautsamen sollten ihre Besitzer glücklich und reich machen.

Vorsicht, viele Farnarten stehen unter Naturschutz!

Die Kommission E hat für den Wurmfarn 1993 eine Negativmonographie erstellt. D.h. eine Wirksamkeit für die beanspruchten Anwendungsbereiche wurde nicht belegt. Aufgrund der vielen Risiken kann eine innere Anwendung nicht vertreten werden, ebenfalls wird von der äußeren Anwendung abgeraten. So wird ein Naturheilmittel, welches früher verwendet wurde in der heutigen Zeit verbannt und gerät in Verruf und/oder Vergessenheit. 


Meine eigenen Erlebnisse mit der Art
Fragen und Gedanken zu ihr,
pädagogische Möglichkeiten
und weitere Informationen

  • Die quäkenden, blitzschnell entrollenden Papierschlangen, die man für Karneval oder Kindergeburtstagen kennt, basiert auf dem Aussehen des Farns
  • Wieso ist eine äußerliche Anwendung von Farn nicht schädlich für den Menschen, eine innerliche Anwendung jedoch schon?
  • Wie viele verschiedene Arten von Farn gibt es?
    Sind wirklich alle giftig?
  • Warum ist Engelsüß verzehrbar? 
    Was ist an dieser Pflanze anders?
  • Warum hält sich in Farn eingewickeltes verderbliches Lebensmittel länger? 
    Hat das etwas mit dem vielen Kali zu tun?
  • Wer bestimmt, wann welche Pflanze unter Naturschutz steht?

Zur Erinnerung
das Ganze hier sind von mir selbst zusammengetragene und recherchierte Informationen. Es kann somit auch gar nicht vollständig sein, ich hab das weder Vollzeit studiert noch als Beruf gelernt. Diese Informationen können also auch Fehler enthalten, das wäre auf jeden Fall menschlich. Bitte einfach darauf hinweisen, dann korrigiere ich dies. Die Kommentarspalte ist dafür da. Theoretisch ist man mit einer Art eh niemals ganz fertig, weil man immer irgendwas neues lernt, liest und erfährt. Der Informationsfluss ist wirklich unendlich und teilweise zu viel.
Die „Steckbriefe“ werden auch bestimmt immer mal wieder ergänzt. Ich werde es dann dementsprechend kenntlich machen, sollte der Fall eintreten.

bis dahin
Martina

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