Beschreibung
Das Wildschwein hat einen massigen Körper mit kurzen Beinen, graubraunes borstiges Fell und einen keilförmigen Kopf mit kleinem Rüssel. Die gedrungene Figur ist unverwechselbar und typisch.
Bei den Keilern ragen große gebogene Hauer, bis zu 20 cm große Eckzähne, wovon nur ca 1/3 sichtbar ist, aus dem Unterkiefer.
Wildschweine können sehr gut riechen und hören, das Sehvermögen ist nicht so stark ausgeprägt. Außerdem können sie über lange Strecken schnell laufen und gut schwimmen.
ähnliche Arten
Pinselohrschwein, Hausschwein, Hängebauchschwein, Warzenschwein, Zwergwildschwein
Habitat und Lebensweise
Das Wildschwein ist außer in Westskandinavien in ganz Eurasien zu finden.
Wildschweine leben in unterholzreichen Laub- und Mischwäldern, aber auch in offenen Feldfluren, solange im Sommer die Feldfrüchte auf dem Acker stehen und genügend Deckung vorhanden ist. Sie brauchen Wasserstellen um zu trinken und zu suhlen.
Wildschweine sind sehr sozial und leben gesellig in Familienbande. Der Sozialkontakt ist den Schweinen sehr wichtig. Die älteste Bache ist das führende Wildschwein. Ihre erwachsenen Töchter und deren Jungtiere machen die Rotte komplett. Ältere Keiler leben eher alleine, junge Keiler schließen sich zu Junggesellenrotten zusammen, sobald sie im 2. Lebensjahr sind. Ununterbrochene Kommunikation zwischen den Wildschweinen durch Ruftöne und Schwanzbewegungen.
jahreszeitliche Veränderungen
(Aussehen, Verhalten, Standort)
Normalerweise ist das Fell des Wildschweins dunkelgrau bis braun-schwarz. Im Winter sind die langen borstigen Deckhaare und kurze feine Wollhaare zur Wärmeregulation da. Zwischen den Haaren ist ein Luftraum, der die starke Abgabe der Körperwärme verhindert.
Der Wechsel zum Winterfell beginnt zwischen Juli und September. Im November haben sie das volle Winterfell erreicht.
Im Frühjahr verlieren die Wildschweine das lange, dichte Winterfell und bekommen ein wollfreies Sommerfell mit hellen Haarspitzen. Der Fellwechsel findet innerhalb von drei Monaten statt und beginnt im April. Im Sommerfell wirken die Tiere wesentlich schlanker.
Die Fellfärbung unterscheidet sich regional als auch im selben Gebiet.
Die Wildschweinfärbung kann von hell sandfarben zu weißlich, rotbräunlich über hellbraun zu tiefschwarz reichen.
Es gibt ebenfalls gefleckte Wildschweine, diese sind Kreuzungen zwischen Wild- und Hausschwein. Dies wurde in den 1970ger Jahren festgestellt. Diese Schweine sind allerdings anfälliger für Kälte und die Sterblichkeit ist höher.
Das Fell der Frischlinge ist hell- bis dunkelbraun mit vier bis fünf gelblichen Längsstreifen von Schulterblättern bis Hinterbeine.
Ökologische Interaktion mit anderen Arten (Nahrung, Gefahren, u.a.)
Wildschweine sind im wahrsten Sinne des Wortes Allesfresser.
Sie fressen Blätter, Triebe, Wurzeln und Früchte der Bäume. Gräser, Kräuter, Pilze und Flechten bis hin zu Weichtieren, Insekten, Eier, Vögel, kleine Säugetiere und Aas.
Sie finden überall Nahrung und haben bei schlechtem Futterfund ihre Fettdepots.
Zum Schutz vor Parasiten und Insekten sind Wildschweine auf das suhlen angewiesen. Ebenfalls wird ein Bad genommen um Stress nach z.B. einem Angriff zu reduzieren. Prinzipiell suhlen sich Wildschweine mehrfach am Tag und reiben sich dann den getrockneten Schlamm mit den Schädlingen an Bäumen oder Steinen ab.
Vermehrung und Aufzucht
Der Beginn der Paarungszeit wird von den Bachen bestimmt. Keiler verbreiten ihren betörenden Duft, worauf die Bachen mit Duftsignalen reagieren. In Europa beginnt die Verpaarung im November und geht bis Februar.
Zur Verpaarung kann es auch außerhalb dieser Zeit kommen, denn Keiler sind ganzjährig begattungs- und besamungsfähig. Wenn genügend Futter zur Verfügung steht, dann sind Bachen bereits nach 8 bis 10 Wochen geschlechtsreif.
Eber in der Regel erst im zweiten Lebensjahr.
Bachen innerhalb einer Rotte synchronisieren ihre Trächtigkeit.
Die Bache möchte bei Niederkunft allein sein, die Rückkehr zur Rotte wird erst dann in Betracht gezogen, wenn die Frischlinge stark genug.
Bachen tragen bis zu 121 Tage, dann kommen 4 – 8 behaarte und sehende Junge zur Welt. Verlieren Bachen ihren Wurf, kann es zu einem zweiten Wurf kommen.
Durch die Bejagung wird offenbar mit vermehrter Vermehrung reagiert.
Zur Aufzucht der Frischlinge braucht es ein ganzes Dorf – genauso halten es die Wildschweine auch.
Ruf und weitere Zeichen der Anwesenheit
Tiefes Grunzen, aufgewühlte Erde, „Maggi“-Geruch
Mythen, Geschichten, Sonstiges
Wildschweine suchen sich ihr Futter, jagen es aber nicht, wenn sie ein totes Tier finden, sind sie sehr glücklich darüber
Eckzähne (Hauer) werden nur im Kampf mit Rivalen eingesetzt, um den größtmöglichen Schaden anzurichten, bewegt der Keiler den Kopf von unten nach oben in schnellen Bewegungen.
Die Hauer wachsen ein Leben lang.
Nicht von sich aus aggressiv – bei Bedrohung dient der Angriff nur zur Verteidigung
Schweine können nicht schwitzen, sie versuchen ihre Temperatur dann durch ein Schlammbad oder durch Schwimmen zu regulieren.
Wildschweine stinken in der Regel wenig, sie sind sehr reinlich.
Du bist Saudumm ist keine wirkliche Beleidigung, denn Wildschweine sind sehr intelligente Tiere, diese merken sich die besten Futterstellen und kehren auch immer wieder dorthin zurück. Außerdem können Wildschweine ausgebildet werden. Meist kennt man sie als Trüffelschweine oder als Fährtenschweine zur Ausbildung von Jagdhunden.
Meine eigenen Erlebnisse mit der Art,
Fragen und Gedanken zu ihr,
pädagogische Möglichkeiten
und weitere Informationen
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Zur Erinnerung
das Ganze hier sind von mir selbst zusammengetragene und recherchierte Informationen. Es kann somit auch gar nicht vollständig sein, ich hab das weder Vollzeit studiert noch als Beruf gelernt. Diese Informationen können also auch Fehler enthalten, das wäre auf jeden Fall menschlich. Bitte einfach darauf hinweisen, dann korrigiere ich dies. Die Kommentarspalte ist dafür da. Theoretisch ist man mit einer Art eh niemals ganz fertig, weil man immer irgendwas neues lernt, liest und erfährt. Der Informationsfluss ist wirklich unendlich und teilweise zu viel.
Die „Steckbriefe“ werden auch bestimmt immer mal wieder ergänzt. Ich werde es dann dementsprechend kenntlich machen, sollte der Fall eintreten.
bis dahin
Martina

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