Elster (Pica Pica)

Beschreibung

Elstern sind etwas kleiner als Krähen, sind aber schwarz/weiß gefärbt und haben einen unverkennbaren langen und gestuften Schwanz. Unter bestimmten Lichtbedingungen ist ihr Gefieder nicht nur schwarz, sondern glänzt metallisch blau oder grün. Elstern sind also unverwechselbar.

Die Elster gehört zu den neugierigsten und intelligentesten Vögeln.

Habitat

Offene Kulturlandschaften mit Hecken, Büschen, Wiesen mit Gewässer und Waldränder, gerne auch in Städten, beispielsweise in Gärten, Hinterhöfen oder Parks.

ähnliche Arten

Raben, Krähen, Häher
gehört zur Familie der Singvögel

Jahreszeitliche Veränderungen
(Aussehen, Verhalten, Standort)

Elstern sind Standvögel, d.h. sie sind ganzjährlich anzutreffen. Sie fliegen in einem Revier mit der Größe von 4 bis 6 Hektar. Im Winter werden Nahrungsvorräte angelegt, welche allerdings nicht wirklich lange halten. Tagsüber sind Elstern meist allein, manchmal zu zweit anzutreffen, nachts bilden sich größere Schlafgemeinschaften.

Elsterpaare bleiben oft lebenslang zusammen.

Ökologische Interaktion mit anderen Arten (Nahrung, Gefahren, Nisten u.a.)

Elstern sind Allesfresser (Regenwürmer, kleine Wirbeltiere wie Mäuse und Jungvögel sowie Vogeleier, Insekten, Samen, Beeren, Abfälle und Aas).

Alte oder nicht benutze Nester der Elster werden von Waldohreulen und Turm- und Baumfalken gerne genutzt.

Die Elster lebt in einer nicht sehr ausgeprägten Hierarchie miteinander. Allgemein gilt, dass brütende Vögel über nicht brütenden Vögeln steht und das Männchen überm Weibchen. Ebenfalls gilt, wer sich besser in der aktuell aufhaltenden Umgebung auskennt, hat das „sagen“. Bei gleichrangigen Elstern gibt es eine Drohung untereinander, wenn keiner zurückweicht kommt es zum Kampf. Dieser Kampf ist aber bei weitem nicht so heftig wie bei Revierkämpfen oder Verteidigungen dieser.

Die Schwarmbildung der Elstern fällt am häufigsten auf, wenn Fressfeinde das Revier angreifen oder die Nahrung streitig machen wollen. Ein Nichtbrüterschwarm kann größere Vögel (Raben, Eulen, Mäusebussard) oder auch Eichhörnchen durch Schwanzziehen oder ähnlichem besser vertreiben. Die brütenden Vögel können sich so auf ihren Nachwuchs konzentrieren und bei Bedarf mit eingreifen.

Vermehrung und Aufzucht

Der Nestbau beginnt in einigen Regionen bereits schon im Januar. Das Nest ist ein kugelförmiges Nest aus Reisig, manchmal auch Drähten, verfestigt mit Lehm mit seitlichem Einschlupf. Der Unterbau der Nistmulde wird i.d.R. aus verflochtenem Wurzelwerk gebaut. Ihr Durchmesser beträgt ca. 135 mm und hat eine Tiefe von ca. 100 mm.

Der Außenbau ist zwischen 35 cm und 75 cm breit. Es werden immer mehrere Nester gebaut. Die Gesamtzeit für ein Nest beträgt im Schnitt 40 Tage. 

Die Elster lebt in einer lebenslangen Monogamie. Wiederholen sich erfolglose Bruten zu häufig, trennen sich die Paare in der Regel auch.

Der Legebeginn der Eier schwankt zwischen März und April, geht aber bis Mai. Wird ein Gelege vernichtet (durch Fressfeinde oder Menschen) kann das Paar ein Nachgelege erstellen. Wird dieses wieder vernichtet, wird in einem anderen Nest der dritte Versuch gestartet. Nach dem vierten Versuch wird es nicht nochmal probiert. 

Während der Brutzeit bleibt das Weibchen bei den Eiern. Das Männchen verteidigt das Revier und übernimmt für die Versorgung der beiden.

Nach ca. 18 bis 22 Tagen nach Legebeginn schlüpfen die Jungen. Diese sind bei der Geburt nackt und sind die ersten 8 Tage blind. Die Nestlinge werden bis zum 12. Tag gehudert (beschützt vor Wettereinflüssen). Nach ca. 30 Tagen verlassen die Jungen das erste Mal das Nest. Nach weiteren 6 bis 8 Wochen beginnt die Selbstständigkeit der Jungen und es wird sich den nichtbrütenden Artgenossen angeschlossen.

Ruf / Gesang
Zeichen der Anwesenheit

lauter, typisch meckernder Ruf.
Vor der Brutzeit lärmende Versammlungen.

Der Gesang der Elster ist selten bis gar nicht zu hören.

Wenn man eine volle Streichholzschachtel schüttelt, hört sich das wie das Keckern der Elster an.

Mythen, Geschichten, Sonstiges

In der nordischen Mythologie galt die Elster als Bote der Todesgöttin Hel. Man sagte der Elster Unheil, Leid und Not nach. 

Im europäischen Mittelalter, zur Zeit der Hexenverfolgung, galt die Elster neben den Krähen, Raben und schwarzen Katzen als Hexentier oder als Hexe selbst. Zudem ebenso als der Tod in Person als Galgenvogel. Hier kam auch erstmals der „diebische“ Ruf auf. 

Das gezielte stehlen von glitzernden Gegenständen kann und konnte man der Elster aber bis heute nicht nachweisen.

Bei den Griechen war die Elster ein Vogel des Gottes Dionysos. Er ist der Gott des Weines, der Trauben, der Fruchtbarkeit, des Wahnsinns und der Ekstase.

Allgemein hat die Elster einen sehr schlechten Ruf. Sie gilt als ein Vogel übler Omen. Besonders auf den britischen Inseln ist es ein Unglück eine alleinige Elster zu sehen. Hier gibt es sogar einen bekannten Abzählreim, der die Häufigkeit der Elstern mit bestimmten Vorzeichen in Verbindung bringt.

Dieser Reim lautet folgendermaßen:

One for sorrow,
Two for joy,
Three for a girl,
Four for a boy.
Five for silver,
Six for gold,
Seven for a secret never to be told.
Eight for a wish,
Nine for a kiss,
Ten for a bird,
You must not miss.


Die Elster gilt aber auch als ein Orakel. So wird z.B. in Irland gesagt, wenn eine Elster an das Fenster klopft, erwartet dich der Tod.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Elster in fast allen europäischen Kulturen eher einen schlechten Ruf hat. Dieser ist allerdings unbegründet. Es ist zumindest ein gutes Zeichen, dass das Töten der Elster genauso als Unglück gilt, wie das Sichten selbst.

In der chinesischen Kultur ist die Elster ein Vorbote eines freudigen Ereignisses, wie z.B. eine Geburt oder ein Besuch.

Bei den nordamerikanischen Indianern gilt die Elster als ein Geistwesen, welches den Menschen gut gesinnt ist und befreundet sein möchte.

Meine eigenen Erlebnisse mit der Art,
Fragen und Gedanken zu ihr,
pädagogische Möglichkeiten
und weitere Informationen

Ich selbst habe mit der Elster bisher keine eigenen Berührungspunkte gemacht, direkt vor meiner Haustüre lässt sich weder der Vogel selbst, noch Nester finden. Sehr schade, denn so musste ich erst Kilometer weiter fahren um vielleicht auf eine Elster zu stoßen. 

Die Elster war für mich halt immer nur ein Vogel und mit Vögeln habe ich mich nie wirklich beschäftigt. Den Gesängen habe ich ab und an gelauscht aber das war es dann auch schon. 

  • Warum hat sich der diebische Ruf der Elster so durchgesetzt?
  • Wieso wurde der Elster so viel Unglück nachgesagt, ich dachte immer, das wäre nur auf Krähen bezogen. Ist hier der Ruf der Krähe dann auch falsch? 
  • Wie wird sich meine Sicht auf Vögel grds., vielleicht auch speziell auf die Elster in diesem Jahr ändern? 
  • Warum ist die Elster, wenn sie denn so einen schlechten Ruf hat, doch auf einigen Stadtwappen zu sehen? Gab es da ein Umdenken, wann?
  • Warum ist die chinesische Kultur so viel Tierlieber als unsere Kultur?
  • Warum heißt ausgerechnet das PC-Programm für unsere Steuern „Elster“? 
    Ist dies ein makabrer Scherz der Hersteller um darauf hinzudeuten, dass unserer Steuern zu hoch sind und wir somit beklaut werden? 
    Auch wenn dies nur die Abkürzung des Programmes ist.

Zur Erinnerung
das Ganze hier sind von mir selbst zusammengetragene und recherchierte Informationen. Es kann somit auch gar nicht vollständig sein, ich hab das weder Vollzeit studiert noch als Beruf gelernt. Diese Informationen können also auch Fehler enthalten, das wäre auf jeden Fall menschlich. Bitte einfach darauf hinweisen, dann korrigiere ich dies. Die Kommentarspalte ist dafür da. Theoretisch ist man mit einer Art eh niemals ganz fertig, weil man immer irgendwas neues lernt, liest und erfährt. Der Informationsfluss ist wirklich unendlich und teilweise zu viel.
Die „Steckbriefe“ werden auch bestimmt immer mal wieder ergänzt. Ich werde es dann dementsprechend kenntlich machen, sollte der Fall eintreten.

bis dahin
Martina

Hinterlasse einen Kommentar