Fichte (Picea abies)

Beschreibung

Die Fichte ist ein einstämmiger, aufrecht wachsender, immergrüner Nadelbaum, welcher mit bis zu 40 Metern wuchshöhe zu den höchsten einheimischen Bäumen zählt.
Die Fichte, auch Rotfichte, ist die am weitesten verbreitete Fichtenart in Europa.
Das helle Holz wird heutzutage überwiegend zum Hausbau und zur Papierherstellung verwendet.

ähnliche Arten

Blaufichte, Engelmann-Fichte, Kaukasus-Fichte, Sitka-Fichte, Zapfen-Fichte, Serbische Fichte

Habitat

Natürlicherweise kommt die Fichte nur in kühlen bis kaltgemäßigtem Klima wie z. B. der nordische Nadelwald Skandinaviens, Russland, im Gebirgsklima der Alpen oder des Hochharzes vor. Dass die Fichte hierzulande so weit verbreitet ist, ist der Wiederaufforstung nach den beiden Weltkriegen zu verdanken.

Verbreitung

Mittlerweile in fast ganz Europa.
Weltweit gesehen ist die Fichte ausschließlich auf der Nordhalbkugel in Europa, weiten Teilen Asiens und in Nordamerika zu finden. Eine Ausnahme ist die „picea mexicana“, die, wie der Name schon sagt, in Mexiko, also in Mittelamerika zu finden ist.

Entwicklung mit den Jahreszeiten
Vermehrung

Die Fichte ist ganzjährig immergrün, zwischen April / Mai und Juni in der Blütezeit. Die Fichte ist ein Flachwurzler.
In der kalten Jahreszeit hält die Fichte Winterruhe d.h. Photosynthese und Atmung werden fast komplett eingestellt, dadurch ist sie sehr anfällig für Spätfrost.

Die Fichte ist windblütig, d.h. die Samen haben sich an die Bestäubung durch den Wind angepasst. Die Pollen der männlichen Blüte besitzen zwei Luftsäcke, damit können sie durch die Lüfte getragen werden. Bei windstille fliegen die Samen trotzdem bis zu 300m weit. Ansonsten wird die Fichte über Tiere verbreitet.
Bei warmem Wetter im Frühjahr kann man das Knistern der aufgehenden Zapfen hören und das Ausfliegen der Samen beobachten.

Ökologische Interaktion mit anderen Arten

Die Fichte dient zur Nahrungssuche oder zum Brutgeschäft von z. B. Fichtenkreuzschnabel, Waldläufer, Waldohreule und Waldkauz, Sperber und Habicht. Der Schwarzspecht ernährt sich von den Larven der Borkenkäfer, das Auerhuhn von den Nadeln. 

Eichhörnchen und Buntspechte begehren die Zapfen.  Das Schalenwild frisst im Winter die Knospen und junge Nadeln. 

Unter der Fichte sind viele verschiedene Pilzarten zu finden. Diese versorgen die Fichte mit Mineralstoffen, die Fichte wiederrum gibt den Pilzen die benötigten organischen Stoffe.

Essbarkeit / Heilkräfte

Für die Heilkunde kann man Nadeln, Triebe, Knospen und Harz verwenden. Nadeln, Triebe und Knospen sind blutreinigend, schweißtreibend, anregend, hustenstillend, schleimlösend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und allgemein stärkend.
Das Harz ist wundheilend, keimtötend, entzündungshemmend und schleimlösend.
Man kann einen Tee aus Nadeln und jungen Trieben aufgießen und 5 bis 10 Minuten ziehen lassen. Dieser Tee hilft gut bei Husten, Bronchitis, Entzündungen im Hals- und Rachenraumes, andere Atemwegserkrankungen und Frühjahrsmüdigkeit. 
Der Tee enthält außerdem viel Vitamin C. 

Dampfbäder aus Fichtenzweigen helfen bei Gicht und steifen Muskeln. Außerdem sagt man, dass sie Hautkrankheiten, Ausschläge und Geschwüre heilen. Hier braucht man 150 bis 200g Fichtenzweige/Nadeln auf 1 Liter Wasser, welches dem Bad beigemischt wird.

Das Harz wird als Wundpflaster oder als Bestandteil von Salben bei Rheuma, Hexenschuss und Gliederschmerzen verwendet.
Ebenfalls wird das Harz nach einjähriger Trocknung zum Räuchern verwendet, dies desinfiziert und reinigt die Raumluft und hilft innere Ruhe zu finden.

Die hellgrünen, jungen Triebspitzen sind sauer und herb zugleich und passen z. B. zu Karottengemüse. Die Nadeln der Fichte kann man zu Pralinen verarbeiten.

Nutzen für altes Handwerk, Survival
und mehr

Fichtenholz ist gelblichweiß, weich, mittelschwer, elastisch, lang faserig, harzhaltig und lässt sich gut von Hand und auch maschinell bearbeiten.

Sehr langsam gewachsenes Holz kann als Klangholz für Geigen sowie für Klavier, Orgel und Gitarre verwendet werden. Fichtenholz wurde neben der Weide zum Korbflechten genutzt. Außerdem wird die Fichte in der Papierherstellung verarbeitet, für neue Dachstühle und Blockhäuser zurechtgeschnitten. Das Holz eignet sich auch als Schiffsmast.

Die Rinde kann zu Gefäßherstellung verwendet werden. Die Behälter sind dicht, solange sie feucht gehalten werden, weil die Rinde aufquillt und satt ist.

Das Harz der Fichte ist leicht entflammbar, daher sehr gut geeignet um ein Feuer anzuzünden (Harz auf Nadeln oder Zweige streichen). Damit bietet die Fichte wärme. Außerdem kann man das Harz auch noch als Kleber verwenden.

Die dünnen trockenen Zweige helfen beim Feuer machen.

Fichtenreisig ist super als Unterlage in Notunterkünften, im Winter unter Zelten und in Schwitzhütten. Genauso wie die Fichtennadeln ist hier die isolierende Wirkung gegeben.

Mythen, Geschichten, Sonstiges

Germanen verehrten die Fichte als Schutz-, Lebens- und Mutterbaum. Die Fichte gab durch ihren geraden Wuchs Klarheit und halt ebenso als Lebenswegweiser. 

Bei den Griechen schrieb man die Fichte dem Meergott Poseidon zu. Poseidon soll die aus Fichtenholz gefertigten Schiffe besonders vor Schiffsbruch geschützt haben.

Die Fichte auf dem Dach beim Richtfest ist die Verbindung zwischen Haus und Himmel und gilt als Weltenachse. Diese soll Glück und Segen für das Haus und deren Bewohner rufen.

Meine eigenen Erlebnisse mit der Art,
Fragen und Gedanken zu ihr,
pädagogische Möglichkeiten
und weitere Informationen

Fichte vs. Tanne
Ich bin jemand, der sich immer wieder fragt, wo denn eigentlich die wesentliche Unterschiede zwischen Fichte und Tanne sind. Ich verwechsle die zwei Bäume immer wieder und deshalb hab ich hier jetzt eine kleine Tabelle mit 4 bzw. 7 wesentlichen Unterschieden:

FichteTanne
– Nadeln sind vierkantig und spitz.
– Nadeln wachsen rund um den Zweig.
– Nadeln werden ca. 1-2 cm lang.
– Zapfen hängen am Ast.
– Zapfen und fallen ab.
– Rinde ist bräunlich-rot, schuppig, rissig.
– Wurzeln: Flachwurzler.
– Nadeln sind stumpf, weich und stechen nicht.
– Nadeln wachsen 2-reihig nur an der Seite.
– Nadeln werden ca. 3 cm lang.
– Zapfen stehen kerzenförmig am Ast.
– Zapfen lösen sich am Baum auf.
Rinde ist gräulich, glatt.
– Wurzeln: Tiefwurzler.

Maiwipferlsalz

Frühlingsrezept
Zutaten für 750 Gramm:
  • 250 g Tannen- oder Fichtenwipferl
  • 500 g Speisesalz
Zubereitung:
  1. Das Salz mit den frischen Wipferln fein mixen.
  2. In einem Glas verschlossen aufbewahren, damit das Salz langsam den einmaligen Geschmack annimmt.

VORSICHT beim Pflücken der Maiwipferl:
Die jungen Triebe sind für das Wachstum der jungen Tannen und Fichten sehr wichtig. Bitte nie den Haupttrieb verwenden, sondern nur 1-2 Wipferl pro Ast. Am besten, Sie ernten Ihre Maiwipferl aus dem eigenen Garten. Im Wald zur Sicherheit den Förster fragen!


Zur Erinnerung
Das ganze hier sind von mir selbst zusammengetragene und recherchierte Informationen. Es kann somit auch gar nicht vollständig sein, ich hab das weder Vollzeit studiert noch als Beruf gelernt. Diese Informationen können also auch Fehler enthalten, das wäre auf jeden Fall menschlich. Bitte einfach darauf hinweisen, dann korrigiere ich dies. Die Kommentarspalte ist dafür da. Theoretisch ist man mit einer Art eh niemals ganz fertig, weil man immer irgendwas neues lernt, liest und erfährt. Der Informationsfluss ist wirklich unendlich und teilweise zu viel.
Die „Steckbriefe“ werden auch bestimmt immer mal wieder ergänzt. Ich werde es dann dementsprechend kenntlich machen, sollte der Fall eintreten.

Die Arten kommen nun so online, wie ich sie von Wildniswind bekommen habe. Erst einmal die 52 Wochen. Dann die eigenen Arten. Diese können in den Arten der 52 Wochen enthalten sein, oder eben ganz eigene.

bis dahin
Martina

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